Langzeitbelichtungen aufwerten

Langzeitbelichtung - bewegte Motive nachzeichnen

Howto: wie bekommt man scharfe Objekte bei Langzeitbelichtungen?

Lange Belichtungszeiten werden oft eingesetzt um Teile des Bildes weich und gleichmäßig zu erhalten. Im obigen Bild wurde dies eingesetzt um das Wasser ruhig und gleichmäßig zu sehen uns damit auch eine wundervolle Spiegelung zu erhalten. Das Bild wurde aus diesem Grund mit 30 Sekunden belichtet.

Aber warum sind die Boote, die sich mit dem Wasser bewegen, scharf?

Originale Aufnahme:

In diesem Ausschnitt sieht man die Bewegungsunschärfe der Bote Besonders gut sieht man dies am Mast des linken Bootes.

Wie kommt dann aber das Titelbild zustande?

Die Lösung: eine zweite Aufnahme ohne Langzeitbelichtung

Dies muss aber schon beim Aufnehmen des Bildes geplant werden.

Man nimmt den ND-Filter vom Objektiv und macht eine Deckungsgleiche Aufnahme der vorangegangenen Langzeitbelichtung. Also gleiche Blende, gleiche ISO-Zahl, gleiche Brennweite und auch der exakt gleiche Ausschnitt. Der einzige Unterschied ist die Belichtungszeitzeit.

Ohne ND-Filter hat man jetzt eine sehr kurze Belichtungszeit. D.h. man bekommt jetzt ein Bild mit scharfen Booten, Masten, Bojen …
Dieses zweite Bild legt man in Photoshop als zweite Ebene deckungsgleich über die Langzeitbelichtung. Dann maskiert man das Bild so, dass nur die Boote und bewegten Teile der Kurzzeitbelichtung sichtbar sind. Zum Schluss muss man noch korrigieren, da die bewegten Objekte der Langzeitbelichtung manchmal leicht größer als die der Kurzzeitbelichtung erscheinen.

Über dieses Bild: Portofino

bei diesem Bild handelt es sich um ein Panorama aus 4 Bildern. Die Bucht ist so klein, dass ich selbst mit meinen 15 mm Objektiv bei einer Vollformatkamera nicht den Ausschnitt bekommen hätte, den ich wollte. Außerdem wären die Verzerrungen durch das extreme Weitwinkel sehr unvorteilhaft gewesen.

Die einzelnen Bilder wurden in manuellem Modus (feste Zeit, Blende und ISO Empfindlichkeit) aufgenommen. Die Belichtungszeit ist mit 45 Sekunden lang genug um das Meer weich und gleichmäßig zu bekommen. Nötig war ein 10-stop ND Filter, der die Belichtungszeit ca. 1000 fach verlängert.

Danach habe ich die gleichen Aufnahmen noch einmal ohne ND Filter gemacht um später die bewegten Boote in die Langzeitbelichtung zu bekommen. Bis alles in der Nachbearbeitung so gut aussah, dass ich mit dem Ergebnis zufrieden war, dauerte es mehrere Stunden, da Überblendungen nicht immer deckungsgleich sein können und beim Zusammenfügen von Panoramas zusätzlich Veränderungen von Photoshop/Lightroom vorgenommen werden.

Aber das Ergebnis war es wert und das Bild hat eine Auflösung, mit der es auch mehrere Meter groß gedruckt werden kann 🙂

Quellen:

Die Methode zur scharfen Darstellung von bewegten Objekten bei einer Langzeitaufnahme lernte ich vor Jahren in einem der Kurse von KelbyOne:

weiter zu KelbyOne …

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